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Was verdienen Voice-Over-Sprecher? Gagen, Plattformen und die Rechnung

Von 1,50 € bis über 1.000 € pro fertiger Minute: Was Voice-Over-Aufträge bringen, über welche Plattformen sie kommen und warum dein Produktionsprozess kleine Aufträge rentabel macht.

vodit pro Team · 9 Min Lesezeit · Stand 24. Oktober 2026

Studiomikrofon mit Popschutz im dunklen Studio
Foto: Dejan Krsmanovic, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Kurz erklärt

Im Voice-Over wird oft pro Minute oder pro Auftrag bezahlt, bei Werbung pro Spot und Nutzung. Die Spanne ist riesig: von wenigen Euro pro fertiger Minute über Freelancer-Plattformen bis zu mehreren hundert Euro für einen kurzen Spot. Gut bezahlte Aufträge kommen meist über Castings mit großer Konkurrenz. Für die vielen kleinen Aufträge entscheidet dein Produktionsprozess, ob sie sich rechnen.

Ein Werbespot von 30 Sekunden bringt mehrere hundert Euro. Ein YouTube-Video von 20 Minuten bringt manchmal 30 €. Beides ist Voice-Over. Warum liegen die Gagen so weit auseinander, wo kommen die Aufträge her, und wie machst du auch die kleinen rentabel?

Wie Voice-Over abgerechnet wird

ModellSo funktioniert esTypisch für
Pro MinuteNach Textlänge oder fertiger Aufnahme, oft gestaffelt (bis 2, bis 5 Minuten …)Webvideo, Imagefilm, E-Learning, Podcast
Pro SendeminutePro Minute der fertigen Sendung, mit MindestgageDoku, TV-Reportage, redaktionelle Inhalte
Pro Spot und NutzungGage für Medium, Gebiet und Dauer. Jedes weitere Jahr oder Land kostet extraWerbung (TV, Radio, Online, Kino)
Pro ModulPauschale für eine Anzahl kurzer AnsagenTelefonansagen
Pauschale pro AuftragFestpreis, oft über Plattformen ausgehandeltYouTube, kleine Online-Projekte
MerksatzBei Voice-Over zahlt der Kunde für Länge und Nutzung, nicht für deine Arbeitszeit. Was pro Stunde bleibt, entscheidest du mit deinem Ablauf.

Was der Gagenkompass nennt

Der Verband Deutscher Sprecher:innen (VDS) veröffentlicht im VDS-Gagenkompass Durchschnittswerte. Eine Auswahl aus der Ausgabe 2024, jeweils netto:

ArtUnterer øMittlerer øOberer øHinweis
Online-Video-Spot (Paid Media)600 €700 €800 €National, bis 1 Jahr
Funkspot450 €500 €550 €National, bis 1 Jahr
Webvideo / Imagefilm bis 2 Min.300 €350 €400 €Internet, unbegrenzt
Webvideo / Imagefilm bis 5 Min.450 €500 €550 €Je weitere 5 Min. 50–150 €
E-Learning intern bis 5 Min.300 €350 €400 €Je weitere 5 Min. 60–90 €
Telefonansage bis 3 Module180 €240 €300 €Je Modul bis 30 Sek.
Doku-Kommentar10 €15 €20 €Pro Sendeminute, mit Mindestgage

Wie beim Hörbuch gilt: Der Gagenkompass ist ein Richtwert und ein Ziel. Viele Aufträge, gerade über Plattformen und am Anfang, liegen deutlich darunter. Mehr dazu im Artikel Was verdienen Hörbuchsprecher wirklich?

Riesige Unterschiede: von 1,50 € bis über 1.000 € pro Minute

Rechnet man die Gagen auf eine fertige Minute um, wird sichtbar, wie weit die Welten auseinanderliegen:

1 €10 €100 €1.000 €YouTube-Video (Fallbeispiel)30 € für 20 Min.1,50 €Doku-KommentarVDS, pro Sendeminute10–20 €E-Learning internVDS, bis 5 Min.: 300–400 €60–80 €Webvideo / ImagefilmVDS, bis 2 Min.: 300–400 €150–200 €Online-Video-SpotVDS, 600–800 €, bei 30 Sek.1.200–1.600 €pro fertiger Minute, logarithmische Skala
Preis pro fertiger Minute, umgerechnet. VDS-Werte aus dem Gagenkompass 2024 (unterer bis oberer Durchschnitt), Spot bei 30 Sekunden Länge. Fallbeispiel von unserer Startseite. Logarithmische Skala: Jeder Strich ist das Zehnfache.

Der Grund für die hohen Werbegagen ist die Nutzung. Ein Spot läuft im Fernsehen, im Radio oder online vor einem großen Publikum, und genau das wird bezahlt. Ein YouTube-Video oder ein kleines Online-Projekt bringt dagegen oft nur eine Pauschale.

MerksatzGleiche Stimme, gleiches Mikrofon, aber Faktor 1.000 im Preis. Es kommt darauf an, wofür und für wen du sprichst.

Wo die Aufträge herkommen

Aus unserer Erfahrung teilen sich die Aufträge grob in zwei Welten:

Casting-Plattformen: gut bezahlt, viel Konkurrenz

Aufträge für Werbung und größere Produktionen, die mehrere hundert Euro für wenige Minuten Aufnahme bringen, kommen oft über Plattformen wie Voices.com, Voice123 oder Voquent. Dort bewirbst du dich mit einem Casting, also einer kurzen Probeaufnahme, gegen viele andere Sprecher. Gewinnen wirst du nur einen Teil.

Freelancer-Marktplätze: viele Aufträge, kleinere Gagen

Kleinere Aufträge für YouTube, E-Learning und Online-Videos findest du oft auf Fiverr oder Upwork. Dort gibt es viel Arbeit, aber deutlich weniger Geld pro Auftrag, und die Plattform behält einen Anteil.

PlattformArtKosten für Sprecher (Stand Okt. 2026)
Voices.comCastingsLaut Berichten Jahresmitgliedschaft (ca. 499 $) und 20 % pro Auftrag
Voice123CastingsJahresmitgliedschaft (laut eigener Seite ab ca. 495 $), keine Provision
VoquentCastings, DirektbuchungFür Sprecher kostenlos, Direktbuchung ohne Provision (laut eigener Seite)
FiverrMarktplatz20 % pro Auftrag
UpworkMarktplatz0–15 % je Vertrag

Gebühren selbst prüfen

Die Angaben stammen von den Plattformen bzw. aktuellen Vergleichen und ändern sich immer wieder. Prüf die Konditionen vor der Anmeldung direkt beim Anbieter.
MerksatzDie großen Gagen kommen über Castings, die vielen Aufträge über Marktplätze. Beides braucht Zeit, und genau die ist knapp.

Was bleibt dir pro Stunde?

Rechne deine Aufträge im Stundenlohn-Rechner nach: Gage, Aufnahmezeit, Schnittzeit.

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Die Rechnung: Ein 20-Minuten-Video für 30 €

Unser Fallbeispiel von der Startseite: ein YouTube-Voice-Over, 20 Minuten Video, 30 € Honorar. Früher hieß das: Aufnahme, dann noch einmal genauso lange schneiden, insgesamt rund eine Stunde. Mit vodit pro ist derselbe Auftrag inklusive Schnitt und Export in rund 30 Minuten fertig.

Schnitt von HandMit vodit pro
Arbeitszeitca. 1 Std.ca. 30 Min.
Direkt vom Kunden (30 €)ca. 30 € pro Std.ca. 60 € pro Std.
Über Fiverr (30 € minus 20 % = 24 €)ca. 24 € pro Std.ca. 48 € pro Std.
Schnitt von Handmit vodit proMindestlohn 13,90 €Direkt vom Kunden30 €/Std.60 €/Std.Über Fiverr24 €/Std.48 €/Std.
Stundenlohn für das 20-Minuten-Video, vor Steuern und Abgaben. Rote Linie: gesetzlicher Mindestlohn 2026.

24 € pro Stunde klingt nach deutlich mehr als dem Mindestlohn von 13,90 €. Als Selbstständiger zahlst du davon aber noch Steuern, Kranken- und Rentenversicherung, Ausstattung und Software. Dazu kommen Zeit für Castings, Akquise und Kundenkontakt, die niemand bezahlt, und kein bezahlter Urlaub. Am Ende bleibt so oft weniger als in einem normalen Angestelltenjob.

MerksatzDerselbe Auftrag, dieselbe Gage: Mit halber Arbeitszeit verdoppelt sich dein Stundenlohn.

Der Hebel: Kleine Aufträge rentabel machen

Die Gage kannst du bei kleinen Aufträgen kaum beeinflussen. Deine Arbeitszeit schon. Ein Auftrag, der sich mit langem Schnitt nicht lohnt, wird mit einem schnellen Ablauf rentabel. Hochgerechnet auf einen Monat:

20 Videos à 30 € im Monat, über FiverrSchnitt von HandMit vodit pro
Netto nach Gebühr480 €480 €
Arbeitszeitca. 20 Std.ca. 10 Std.
Gewonnene Zeit–ca. 10 Std. für Castings, Akquise oder weitere Aufträge
  1. 1
    Schnell schneiden: Fehler finden lassen statt suchen. vodit pro gleicht die Aufnahme mit dem Skript ab und markiert, was unsicher ist. So läuft es im Detail: Voice-Over schneiden: YouTube, E-Learning, Werbung.
  2. 2
    Feste Abläufe: eine Effektkette als Vorlage, feste Render-Einstellungen, Textbausteine für Kundenkontakt.
  3. 3
    Castings schneller beantworten: Wer zügig eine saubere Probeaufnahme schickt, hat bessere Chancen. Die gewonnene Zeit fließt in mehr Castings.
  4. 4
    Preise Schritt für Schritt erhöhen: mit Referenzen, einer klaren Nische und dem Gagenkompass als Maßstab.

Jede Stunde, die du nicht mehr schneidest, gehört dir. Du entscheidest, wofür: mehr Aufträge, mehr Castings oder früher Feierabend.

Spickzettel: Verdienst im Voice-Over

ThemaMerke
AbrechnungPro Minute, pro Sendeminute, pro Spot und Nutzung, pro Modul oder pauschal
RichtwerteVDS-Gagenkompass 2024, z. B. Webvideo bis 2 Min. 300–400 €, Online-Spot 600–800 €
SpanneVon ca. 1,50 € bis über 1.000 € pro fertiger Minute
Hoch bezahltWerbung und große Produktionen, meist über Castings (Voices.com, Voice123, Voquent)
Viele kleine AufträgeYouTube, E-Learning, Online-Videos, oft über Fiverr oder Upwork
Größter HebelArbeitszeit pro Auftrag senken, vor allem beim Schnitt

Häufige Fragen

Wie viel verdient ein Voice-Over-Sprecher?

Das schwankt enorm. Der Verband Deutscher Sprecher:innen nennt im Gagenkompass 2024 zum Beispiel 300 bis 400 € für ein Webvideo bis 2 Minuten, 300 bis 400 € für ein internes E-Learning bis 5 Minuten und 600 bis 800 € für einen Online-Video-Spot. Über Freelancer-Plattformen werden viele Aufträge deutlich darunter vergeben, teils nur wenige Euro pro fertiger Minute.

Wird Voice-Over pro Minute abgerechnet?

Oft ja, nach der Länge des Textes oder der fertigen Aufnahme. Bei Doku und redaktionellen Inhalten auch pro Sendeminute. Werbung wird dagegen pro Spot berechnet, und der Preis hängt stark von Medium, Gebiet und Nutzungsdauer ab.

Was kosten Fiverr und Upwork als Sprecher?

Laut den Anbietern bzw. aktuellen Vergleichen behält Fiverr 20 % jedes Auftrags. Upwork berechnet je nach Vertrag zwischen 0 und 15 %. Prüf die aktuellen Gebühren immer direkt auf der Plattform.

Lohnen sich Voices.com, Voice123 oder Voquent?

Dort finden sich oft besser bezahlte Aufträge, etwa für Werbung. Du bewirbst dich aber über Castings, gegen viel Konkurrenz. Voice123 und Voices.com arbeiten mit Jahresmitgliedschaften, Voquent ist für Sprecher laut eigener Seite kostenlos. Ob es sich lohnt, hängt davon ab, wie viele Castings du gewinnst.

Warum sind Werbegagen so viel höher?

Weil bei Werbung nicht nur die Aufnahme bezahlt wird, sondern die Nutzung: Medium (TV, Radio, Online), Gebiet und Dauer. Jedes zusätzliche Jahr oder Land kostet laut VDS-Gagenkompass üblicherweise noch einmal die volle Gage.

Ist ein kleiner YouTube-Auftrag überhaupt rentabel?

Das hängt fast nur von deiner Arbeitszeit ab. Bei 30 € für ein 20-Minuten-Video und rund einer Stunde Arbeit bleibt wenig. Schaffst du denselben Auftrag in rund 30 Minuten, verdoppelt sich dein Stundenlohn.

Was muss ich als selbstständiger Sprecher vom Honorar abziehen?

Steuern, Kranken- und Rentenversicherung, Ausstattung, Software und Plattformgebühren. Dazu kommt unbezahlte Zeit für Castings, Akquise und Kundenkontakt. Urlaub und Krankheit bezahlt dir niemand.

Quellen und Links

vodit pro

Mehr sprechen. Weniger schneiden.
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